Besuch von der roten Frida/Tante.
Unwohl sein.
Erdbeerwoche.
Surfen auf der roten Welle.
Schwimmpause.
Sexpause.
„Na, heut ned!“
Rote Woche.
Tamponwoche.
Los Wochos.
Unpässlichkeit.
Frauenbeschwerden.
Die G’schicht.

Um die weibliche Menstruation ranken sich jede Menge Mythen und es gibt so einige und noch mehr Namen und Umschreibungen zu einem eigentlich normalen, biologisch notwendigen Thema. Denn eines ist klar: Aus Sicht der Evolution können wir froh sein, dass es die Menstruation gibt. Punkt.

In meiner Arbeit als Sexualpädagogin hatte ich schon oft den Eindruck, dass Mädchen* sich schämen, ihre Menstruation zu bekommen oder zu haben und sich unwohl in ihrem eigenen Körper fühlen. Ich glaube, dass das einerseits daran liegt, dass wenig darüber gesprochen wird und andererseits daran, dass Wörter verwendet werden, die um das Thema herum reden, es aber nicht klar benennen. Wenn Frauen* zusammensitzen sagen die wenigsten „Puh, heute menstruiere ich aber stark.“ statt sowas wie „Heute ist die rote Tante zu Besuch gekommen.“ und das ist ja auch vollkommen in Ordnung. Schade ist nur, dass ich immer wieder den Eindruck habe, dass viele Menschen die Wörter Menstruation oder Monatsblutung einfach gar nicht verwenden, weil das ja „grauslich“ ist oder man über sowas nicht redet.

Um die Menstruation zu verstehen, braucht es das Wissen, warum es diese „komische“ Blutung überhaupt gibt. Mit jungen Mädchen* bespreche ich auch immer, was man tun kann, um sich auch während der Menstruation wohl zu fühlen. Natürlich ist das ein riesen Thema für Mädchen* zwischen 9 und 14 Jahren. Die Angst, mitten im Schulunterricht einen roten Fleck auf der Hose zu haben und dann nie wieder turnen oder schwimmen gehen zu können, weil man ja nicht weiß, wann es wieder so weit ist, treibt so manches Mädchen* in die Verzweiflung.

Lustige Floskeln wie „auf der roten Welle surfen“ sind zwar unter Erwachsenen vollkommen in Ordnung, können aber Kinder und Jugendliche ordentlich verwirren.

Vor meiner Ausbildung zur Sexualpädagogin hätte ich den weiblichen* Zyklus nun wirklich nicht gut erklären können. Und schon gar nicht Kindern und Jugendlichen. So ungefähr hätte ich es schon hinbekommen, aber mit der Angst, etwas falsch zu sagen. Dabei ist es so wichtig, schon von Anfang an zu zeigen, dass es bei Pubertät, Sexualität etc. immer um etwas Normales geht. Denn Begriffe wie „Unpässlichkeit“ oder „Frauenbeschwerden“ und „rote Woche“ können schon ganz schön beängstigend sein. Mädchen*, die das noch nicht selbst erlebt haben, wundern sich dann, welche Beschwerden das sein sollen und fürchten sich vor argen Bauchschmerzen und Unmengen an Blut. Klar, es gibt menstruierende Personen, die eine sehr starke Menstruation haben und mit Schmerzen, Kreislaufproblemen etc. zu kämpfen haben. Aber das betrifft nicht alle.

Aber wie läuft das mit dem Zyklus nun ab?

Der Zyklus beginnt mit der Monatsblutung, die durchschnittlich zwischen 3 und 7 Tage lang ist. Bei manchen Personen ist die Blutung aber auch kürzer oder länger. Der Zyklus selbst ist in der Regel zwischen 21 und 35 Tage lang, doch auch das ist bei jeder Person anders und auch von Zyklus zu Zyklus muss das nicht immer gleich sein.
Nach der Blutung baut der Körper in der Gebärmutter Schleimhaut auf. Diese ist dazu da, einem befruchteten Ei ein kuscheliges Nestchen zu bieten.
Zirka 14 Tage vor dem nächsten Beginn des Zyklus (also dem ersten Tag der Blutung) ist der Eisprung. Das kann man nur vom ersten Tag der nächsten Blutung zurück rechnen. Die Eizellen sind bei Frauen* von Geburt an in den beiden Eierstöcken vorhanden. Beim Eisprung bleibt die Eizelle maximal einen Tag im Eileiter. Die Samenzellen des Mannes* werden hingegen immer neu produziert und können im Uterus bis zu 6 Tage überleben. Treffen Samen- und Eizelle auf einander, wandert das befruchtete Ei den Eileiter entlang bis zum vorbereiteten Nestchen, wo es dann liegen bleibt.
Und was, wenn besagte Frau keinen Geschlechtsverkehr hatte? Oder ein Kondom verwendet hat? Oder anders verhütet hat? Dann löst sich die Eizelle nach einem Tag einfach auf und der Körper baut etwa zwei Wochen später das Nestchen wieder ab. Und das ist die Blutung.

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